Sonderausstellung im Grenzhus Schlagsdorf

Die Videoinstallation porträtiert neun Menschen, die 1975 geboren wurden. Sie wuchsen in
der DDR und der Bundesrepublik Deutschland und damit unter grundverschiedenen
politischen und gesellschaftlichen Bedingungen auf. Als am 9. November 1989 die Berliner
Mauer fiel, waren sie 14 Jahre alt. Der historische Umbruch traf auf eine Lebensphase des
Übergangs zwischen Kindheit und Erwachsenenleben. Was bedeuten Mauerfall, deutsche
Einheit und die Veränderungen der folgenden Jahre für ihren weiteren Lebensweg?
In lebensgeschichtlichen Interviews erzählen sie von ihrer Kindheit und Jugend, von der
Zeit der Teilung, vom Mauerfall und vom Zusammenwachsen – aber auch von Brüchen,
Verlusten und Erfahrungen, die bis heute nachwirken. Die Interviews bilden die Grundlage
für die Videoinstallation, in der sie mit ihren unterschiedlichen sozialen Hintergründe,
Lebenswegen und politischen Perspektiven miteinander ins Gespräch kommen. So
entsteht ein vielstimmiges Panorama persönlicher Erinnerungen, das vertraute
Ost-West-Zuschreibungen hinterfragt. Dabei wird Geschichte nicht als abgeschlossene
Vergangenheit verstanden, sondern als etwas, das in den Biografien und bis in die
Gegenwart fortwirkt.
Über Künstlerin und Künstler, Idee und Umsetzung
Ina Rommee arbeitet als Videokünstlerin, Stefan Krauss als Filmemacher. Gemeinsam
realisieren sie als KRRO Film lebensgeschichtliche Interviews, dokumentarische Filme und
Videoinstallationen. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen Menschen, deren Erfahrungen in
öffentlichen und medialen Debatten häufig wenig gehört werden.
Die Idee für das Projekt Generation 1975 entwickelte Bildungsforscherin Dr. Christiane Bertram (Universität
Tübingen) gemeinsam mit Stefan Krauss und Ina Rommee.
Eine Videoinstallation von KRRO Film und dem Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung
In Kooperation mit der Stiftung Berliner Mauer, dem Koordinierenden Zeitzeugenbüro und dem Zentrum
für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL)
Die Ausstellungseröffnung findet am 21. Oktober 2016 um 19 Uhr statt.
Gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

