
Am 29. Mai um 19.00 Uhr spricht Dr. Jochen Staadt (FU Berlin) über das Thema „Die Splittermine SM 70 am DDR-Grenzzaun. Produktentwicklung, politisch Verantwortliche und Opfer der Selbstschussanlagen“. Die Veranstaltung gehört zum Begleitprogramm der Sonderausstellung über Michael Gartenschläger, der beim dritten Versuch 1976, eine Splittermine vom DDR-Grenzzaun zu holen, von einem Stasi-Spezialkommando erschossen wurde.
Die Splittermine SM-70 wurde in den 1960er Jahren entwickelt, um die DDR-Grenzanlagen noch unüberwindbarer zu machen. Ihre tödlichen Wirkungen auf Menschen nahmen die Verantwortlichen als Abschreckung bewusst in Kauf. 1971 begann die Montage der Waffe am Streckmetallzaun. Entgegen den Erwartungen der Verantwortlichen entwickelte sich die Waffe aufgrund der Grenztoten und -verletzten sowie ihrer technologischen Mängel zum Kernproblem der DDR-Grenzanlagen Anfang der 1980er Jahre. 1983 verkündete Erich Honecker den Abbau aller Minen an der innerdeutschen Grenze.
Wie kam es zum An- wie Abbau dieser Waffe? Wer trug die Verantwortung für den Einsatz der SM 70 und wer waren die Opfer der Splittermine? Diesen Fragen geht der Referent in diesem Vortrag nach.

Fotos:
Ermittlungsfoto des MfS zum Tod von Harry Weltzin durch SM 70 1983, Quelle: Bundesarchiv.
Aufnahme vom Mahnmal für Harry Weltzin bei Kneese, aufgestellt 2013, Quelle: Grenzhus Schlagsdorf.
Dr. Jochen Staadt: Geb. 1950, Studium der Germanistik und der politischen Wissenschaft an der FU Berlin. Er war bis 2024 Projektleiter am „SED-Forschungsverbund“ der FU Berlin. In zahlreichen Veröffentlichungen beschäftigte er sich mit der Geschichte der westdeutschen Studentenbewegungen und der DDR-Geschichte. Gemeinsam mit Prof. Klaus Schroeder koordinierte und publizierte er das Forschungsprojekt „Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes“.
Um eine Anmeldung zum Vortrag wird gebeten: Tel.: 038875/20326 oder Mail: info@grenzhus.de

