Flüchtlingstreck bei Schwerin
Flüchtlingstreck bei Schwerin 1945, © Andreas Bendlin

Ein digitales Erinnerungs- und Lernprojekt zur regionalen Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts

Was gab den Anstoß für das Projekt?
Im Mai erinnern wir an das Ende des Zweiten Weltkrieges vor 75 Jahren. In Europa sind Millionen von Flüchtlingen unterwegs. Dazu gehören von den Nazis Vertriebene oder Deportierte oder durch den Krieg entwurzelte und durch die neuen Grenzziehungen 1945 heimatlos gewordene Menschen. Doch Fluchtbewegungen gehören leider bis heute zur Realität der globalisierten Welt.
Das GRENZHUS Schlagsdorf nimmt die Erinnerung an das Kriegsende zum Anlass, Fluchtgeschichten aus dem 20. und 21. Jahrhundert aus unserer Region zu sammeln und für den Schulunterricht aufzubereiten. Wir erzählen von Menschen, die ihre norddeutsche Heimat verlassen mussten oder hierher kamen, um sich vor Verfolgung, Menschenrechtsverletzungen oder Kriegen in Sicherheit zu bringen. Wir wollen wissen, warum sie fliehen, wohin sie fliehen und wie sich die Flucht auf ihr weiteres Leben auswirkt?

Wozu Fluchtgeschichten jetzt erzählen?
Gegenwärtig verändert die Corona-Pandemie unser Leben, doch damit haben sich die anderen Probleme auf dieser Welt nicht erledigt. Krankheiten und Hunger bedrohen die Menschen in Flüchtlingslagern und Konfliktzonen dieser Welt sogar besonders stark. Wir wollen mit diesem Projekt über historische Ursachen und Zusammenhänge von Fluchtbewegungen aufklären, Fluchtgeschichten erzählen und dafür sensibilisieren, dass unter uns Menschen mit unterschiedlichen Fluchtgeschichten leben. Diese Geschichten sollen auch den Betroffenen Mut machen, ihnen zeigen, dass sie gehört werden.

Wie funktioniert das Projekt?
Wir suchen Menschen, die uns ihre Fluchtgeschichte erzählen oder von Fluchtgeschichten aus der Region wissen. Außerdem benötigen wir drei Bilder zu jeder Geschichte. Der Text (2.800 Zeichen) und die Bilder werden von der Grafikerin Renate Schürmeyer gestaltet und auf der Homepage vom GRENZHUS ab 1. Mai veröffentlicht. Am Ende des Projektes versammeln wir eine Auswahl der Geschichten in einem gedruckten Journal.

Kann man die Fluchtgeschichten auch für den Schulunterricht nutzen? Um das gesammelte Material auch für Schüler*innen zu erschließen, werden wir Arbeitsblätter gestalten, die anhand der unterschiedlichen Fluchtgeschichten historische Zusammenhänge erschließen, aber auch Fragen von Fluchtursachen, Fluchtwegen, Rechten von Flüchtlingen oder ihre Integration in Aufnahmegesellschaften diskutieren. Auch die Arbeitsblätter werden wir schrittweise auf unsere Homepage stellen.

Ansprechpartner und Koordination: Dr. Andreas Wagner, Leiter GRENZHUS Schlagsdorf, Tel.: 038875/20326 oder Email: aw@grenzhus.de

Dokumente zum Herunterladen: