Am 13. November unterschrieben die Beauftragten der beiden Oberkommandos Generalmajor Colin Muir Barber und Generalmajor Nikolai G. Ljaschtschenko die Vereinbarung über den Gebietsaustausch zwischen der britischen und der sowjetischen Besatzungszone. Um über die Ereignisse, ihre Folgen und den gegenwärtigen Umgang zu informieren, entstehen in der Regie von Ulrich Koglin mehrere Filme, die wöchentlich veröffentlicht werden. Den aktuellsten finden Sie jeweils hier:

Teil 3 Von Groß Thurow nach Römnitz und zurück

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Der Gebietsaustausch: Die Verhandlungspartner definierten drei Austauschgebiete: Das Gebiet X umfasste die Gemeinden Römnitz, Bäk, Mechow und Ziethen. Das Gebiet übergaben die Sowjets an die Briten. Die Gebiete A und B östlich vom Schaalsee mit den Gemeinden Dechow, Thurow und Lassahn wechselten von der britischen zur sowjetischen Besatzungszone. Bis zum 28. November war der Gebietsaustausch abgeschlossen. Die britische Besatzungsmacht bot den Einwohnern in den Gebieten A und B an, in die britische Besatzungszone zu wechseln. Wer zurückbleiben wollte, musste jedoch Vieh, Getreide und landwirtschaftliche Geräte abgeben. Letztlich verließen über 80 Prozent aller Einwohner ihre Dörfer. Anders im Gebiet X. Die Rote Armee informierte die Einwohner nicht über den Wechsel. Nahezu alle Einwohner blieben in den Dörfern dieses Gebietes und waren auch erleichtert über den Abzug der Sowjets.

Die Folgen des Gebietsaustausches hielten lange an. Menschen ließen ihr Eigentum zurück, Bodenreformland wechselte von der sowjetischen in die britische Besatzungszone, Kirchengemeinden fanden sich von ihren Landeskirchen getrennt. Während die alten Einwohner ihre lauenburgischen Dörfer östlich vom Schaalsee verließen, fanden Flüchtlinge und Vertriebene in den leergezogenen Dörfern eine neue Heimat. Nach fast 45 Jahren stellte sich 1990 die Frage, wie mit diesen Veränderungen umzugehen sei.