Wir suchen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, Fotos und andere Dokumente, die von den Umsiedlungen im Ergebnis des Barber-Ljaschtschenko-Abkommens 1945 berichten. Während der damaligen Grenzbegradigung zwischen Ratzeburger See und Schaalsee sind Dörfer wie Lassahn, Hakendorf, Dechow oder Groß Thurow von der britischen in die sowjetischen Besatzungszone gekommen. Umgekehrt wechselten Ziethen, Bäk und Römnitz in die britische Besatzungszone. Ein Großteil der Bevölkerung folgte den britischen Soldaten in ihre Besatzungszone. In die nahezu leeren Dörfer zogen Flüchtlinge und Vertriebene aus dem Osten.
Wir freuen uns über jeden Hinweis. Bitte melden Sie sich per Mail oder Telefonanruf im Grenzhus.


©sol – J. Friedrich, A.Wagner, Hakendorf am Schaalsee

Jochen Friedrich, geb. 1931 in Schlesien, zieht als Jugendlicher mit seinen Eltern am 2. Januar 1946 nach Hakendorf in ein leerstehendes Haus. Dort beginnen sie nach dem Krieg, sich eine neue Existenz aufzubauen. Die Verhältnisse sind nicht einfach. Jeden Tag muss ein Pferdefuhrwerk die Milch aus dem Dorf in die Molkerei nach Zarrentin bringen. Die Verkehrswege sind schlecht, Schmiede zum Beschlage der Pferdehufe und zum Ausbessern der Technik fehlen. Im Dorf ist eine Gruppe sowjetischer Soldaten stationiert, um die Demarkationslinie zu überwachen. Die Russen fordern für sich viele Fahrten mit den Fuhrwerk der Familie. 1960 gibt die Familie die Siedlung auf. In den 1970er Jahren fällt das Haus der Grenzsicherung zum Opfer. Heute sind nur noch die Fundamentreste erkennbar.