Schlagsdorf wurde 1158 zum erstenmal erwähnt. Der Name (Slagesdorp) bezeichnete ursprünglich eine Siedlung von Slaven. 1952 wurde die Gemeinde in das Grenzüberwachungssystem der DDR aufgenommen und war für Einwohner der DDR bis 1989 verbotenes Gebiet, das nur mit entsprechender Erlaubnis betreten werden durfte.
Das Schlagsdorf zum unmittelbaren Grenzgebiet gehörte, brachte für die Einwohner des Dorfes einiges an Einschränkungen und Kontrollen mit sich. Viele verließen gleich nach dem Krieg ihre angestammte Heimat. Von denen, die blieben, wurden einige zwangsweise umgesiedelt. Andere hatten einen speziellen Vermerk in ihrem Ausweis, den sie jederzeit bei sich haben mussten.
Wollte jemand Verwandte oder Freunde besuchen, die im Sperrgebiet wohnten, musste derjenige eine Genehmigung für den jeweiligen Aufenthalt dort beantragen. Dieser Antrag konnte ohne Begründung auch abgelehnt werden. Wurde eine Genehmigung erteilt, so war diese während des Aufenthaltes im Sperrgebiet auf Verlangen jederzeit vorzuzeigen.
Arbeiten im Sperrgebiet wurden in einem eigenen Verfahren beantragt, unter bestimmten Voraussetzungen genehmigt und unterlagen dann strengster Kontrolle. Wer sich an die Auflagen und Vorschriften nicht hielt, konnte streng bestraft werden. Dies konnte bis hin zur zwangsweisen Aussiedlung aus dem Grenzgebiet führen.
Das Gutshaus, in dem heute das GRENZHUS zu finden ist, wurde 1890 gebaut und von der Familie Ledeboer geführt. Zu der Domäne, die Teil der Grafschaft Mecklenburg-Streliz war, gehörten damals 225 Hektar Farmland und Waldgebiete.
1942 wurde der damalige Betreiber zum Eintritt in die NSDAP genötigt. Diese Mitgliedschaft sollte ihm einige Jahre später zum Verhängnis werden: im Mai 1945 wurde er deswegen von amerikanischen Truppen verhaftet. Er konnte wenig später mit seiner Familie in die britische Besatzungszone fliehen.
Im Zuge der von den sowjetischen Besatzern durchgeführten Landreform wurde die Domäne geschlossen. Das Gebäude wurde zunächst als Flüchtlingsheim, dann als Schulgebäude und ab 1973 als Kindertagesstätte genutzt.
1997 begannen die Renovierungsarbeiten für das heutige GRENZHUS, das zum 10. Jahrestag der Grenzöffnung am 10. November 1999 offiziell eröffnet wurde.