Nachdem in das Gebiet um Schlagsdorf zunächst britische Besatzungskräfte eingezogen waren, einigten sich am 20. Juni 1945 der britische Generalmajor Barber und der sowjetische Generalmajor Lyaschenkow auf ein Abkommen zur Grenzbereinigung östlich des Ratzeburger Sees.
Durch dieses - auch "Gadebuscher Vertrag" genannte - Abkommen wurden die Gemeinden Bäk, Ziethen, Mechow und Römnitz dem Kreis Herzogtum Lauenburg zugesprochen. Die Gemeinden Dechow, Groß und Klein Thurow und Lassahn gehörten fortan zur sowjetischen Besatzungszone.
England erlaubte den Einwohnern der Region, in die britische Besatzungszone umzusiedeln. Wer lieber auf dem eigenen Hof bleiben wollte, dem wurden ein Pferd, eine Kuh, ein Kalb und ein Gespann sowie Vorräte für 30 Tage zugestanden. Die Evakuierung war Ende November abgeschlossen. Wertgegenstände wurden nirgendwo zurückgelassen.
Um für die Grenztruppen der DDR einen freien Blick und ein freies Schussfeld garantieren zu können, wurden zwischen den beiden Grenzzäunen fast alle Gebäude und Ställe abgerissen, darunter auch einige, die von historischer und kultureller Bedeutung waren.
Ganze Dörfer verschwanden so für immer, darunter Bardowieck, Neuhof und Lankow. Alle Gebäude, die nicht gleich abgerissen werden konnten, wurden besonders gesichert. Das Betreten solcher Gebäude war nur bis zur Sperrstunde und auf speziell gekennzeichneten Wegen erlaubt.
Die Einwohner wurden in das Hinterland bis hin nach Güstrow oder Neubrandenburg zwangsweise umgesiedelt. Die Umsiedlungen erfolgten sehr kurzfristig und ohne viel Aufsehen. Sie betrafen zunächst den unmittelbaren Grenzstreifen. Dieses Gebiet wurde aber nach und nach bis auf 5 Kilometer DDR-Gebiet hinter der Grenze ausgeweitet.
Die erste dieser Aktionen zur "Umsiedlung" lief 1951 unter dem Namen "Aktion Ungeziefer" und betraf damals schon 8369 Personen.