Am 3. Mai 2019 startete die Sonderausstellung „Fundstücke. Objekte erzählen vom Verlassen der DDR“.

Laufzeit: 3. Mai bis 31. August 2019.

Die Sonderausstellung zeigt sechs unterschiedliche Objekte oder Objektgruppen aus unserer Sammlung. Sie erzählen von Einzelpersonen oder Familien, die eine Flucht aus der DDR riskierten oder um eine Ausreise kämpften. Alle Geschichten besitzen einen regionalen Bezug. So die Geschichte des Lehrerehepaars Erna und Erno Kirk. Sie wurden verdächtigt, staatsfeindlich zu denken und zu handeln, an der Schule schikaniert und flohen mit ihren drei Kindern am 24. Juli 1961 nach Westberlin. Der Laufzettel aus dem Notaufnahmelager Marienfelde dokumentiert das Aufnahmeverfahren der Familie. Ihr neues Leben im Westen begann die Familie dann in Lübeck. Eine Geschichte von sechs, die von Verfolgung, Einengung und Desillusionierung im SED-Staat, aber auch von der Trauer über Verluste sowie die Hoffnungen und Wünsche der Weggehenden erzählt.

Zur Eröffnung am 3. Mai erzählte Harald Gallert vor über 20 Gästen über seine Flucht 1988. Gemeinsam mit zwei weiteren Ausreise-Antragstellern aus Güstrow riskierten sie die Flucht über den Schaalsee. Ihr dramatischer Fluchtweg ergab sich daraus, dass sie dachten, auf den Ratzeburger See zu sein und sich südwärts bewegen zu müssen. Mit Hilfe des BGS gelangen sie im letzten Moment in die Bundesrepublik. Auf den Zeitzeugenbericht folgten viele Fragen und intensive Gespräche zu den Geschichten der Sonderausstellung.
Die Sonderausstellung ist Teil eines übergreifenden Ausstellungsprojektes „Fliehen – einst geflohen. Geschichten von Flucht und Vertreibung in Schleswig-Holstein“. Das Projekt wird koordiniert von der Stiftung Herzogtum Lauenburg und Frau Marianne Lentz. Einen Überblick zu den Ausstellungen und Veranstaltungen des Projektes gibt es auf der Homepage www.flieheneinstgeflohen.de