Vom 2. bis 6. September waren wieder Jugendliche entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen Ratzeburger See und Goldensee unterwegs, um sich mit der Geschichte und Gegenwart der  Grenzregion zu beschäftigen. In diesem Jahr vereinte das Seminar Jugendliche aus Ahrensburg und Rostock. Organisiert wurde die Projektwoche vom Schweriner Bildungsträger „Arbeit und Leben. LAG Mecklenburg-Vorpommern“. Die Bundeszentrale für politische Bildung sowie der Landesbeauftragte für politische Bildung Schleswig-Holstein förderten die Projektwoche.

25 Schüler*innen starteten am Montag in Rothenhusen im Wakenitzhaus. Auf dem Programm standen das gegenseitige Kennenlernen und eine Beschäftigung mit der Grenzgeschichte und dem Einigungsprozess. Im Zentrum des Projektes standen Zeitzeugengespräche zu unterschiedlichen Aspekten der DDR-Geschichte und der Entwicklung nach 1990. Gerd Schriefer und Folker Friedrich sprachen darüber, wie sie im Förderverein Biosphäre Schaalsee e. V. mit ihren unterschiedlichen west- und ostdeutschen Prägungen zusammenarbeiten. Uwe Rutkowski erzählte von seinen Konflikten mit der SED-Diktatur und wie er gemeinsam mit seiner Frau Martina sich für die Erinnerung an politische Verfolgung in der DDR einsetzt. Meinhard Schmechel war als Bürgermeister dabei, als sich das DDR-Grenzdorf Rüterberg zur Dorfrepublik erklärte. Die Einwohner wollten endlich freier leben. Ulrich Rudolph erzählte, wie er in der DDR den aufrechten Gang erprobte und 1989 das Neue Forum in Gadebusch mit aufbaute. Irmgard Sinner berichtete über ihre Haft im DDR-Gefängnis und den Weg zur Aufarbeitung ihrer Familiengeschichte.

Auf der Grundlage der Interviews und einer intensiven Auseinander-setzung mit den Biographien sowie ihrer Gegenwartsbedeutungen schreiben die Teilnehmenden Reflexionstexte. Eine Gruppe von Teilnehmenden drehte unter der fachlichen Anleitung des Filmemachers Jörg Herrmann ein Video über die Grenzöffnung mit den beiden damaligen Bürgermeistern Willi Tönnigs (Schlagsdorf) und Karl-Horst Salzsäuler (Ziethen). Außerdem unterstütze Frau Heike Fischer (Ratzeburg) das Projekt mit historischen Fotoaufnahmen.