Wir zeigen die Wanderausstellung “Das Barber-Lyaschtschenko-Abkommen 1945 und seine Folgen” bis zum 13. Juni 2021 im GRENZHUS. 20 Tafeln und eine Medienstation geben einen Überblick zu den damaligen Ereignissen.

Die Stadt Gadebusch, koordinierte ein Projekt zur Erinnerung an den Gebietsaustausch. In Kooperation mit dem GRENZHUS Schlagsdorf entstand eine Wanderausstellung.

Die Ämter Rehna, Gadebusch, Zarrentin und Lauenburgische Seen, koordiniert durch die Stadt Gadebusch, verantworten ein Projekt zur Erinnerung an den Gebietsaustausch. In Kooperation mit dem GRENZHUS Schlagsdorf entstand eine Wanderausstellung, die einen Überblick zu dem Gebietsaustausch und seinen Folgen gibt.

Laufzeit: 15. März bis zum 13. Juni 2021 im GRENZHUS. Die nächsten Stationen sind Ratzeburg, Grevesmühlen, Gadebusch und Zarrentin.

Der Gebietsaustausch: Die Verhandlungspartner definierten drei Austauschgebiete: Das Gebiet X umfasste die Gemeinden Römnitz, Bäk, Mechow und Ziethen. Das Gebiet übergaben die Sowjets an die Briten. Die Gebiete A und B östlich vom Schaalsee mit den Gemeinden Dechow, Thurow und Lassahn wechselten von der britischen zur sowjetischen Besatzungszone. Bis zum 28. November war der Gebietsaustausch abgeschlossen. Die britische Besatzungsmacht bot den Einwohnern in den Gebieten A und B an, in die britische Besatzungszone zu wechseln. Wer zurückbleiben wollte, musste jedoch Vieh, Getreide und landwirtschaftliche Geräte abgeben. Letztlich verließen über 80 Prozent aller Einwohner ihre Dörfer. Anders im Gebiet X. Die Rote Armee informierte die Einwohner nicht über den Wechsel. Nahezu alle Einwohner blieben in den Dörfern dieses Gebietes und waren auch erleichtert über den Abzug der Sowjets.
Die Folgen des Gebietsaustausches hielten lange an. Menschen ließen ihr Eigentum zurück, Bodenreformland wechselte von der sowjetischen in die britische Besatzungszone, Kirchengemeinden fanden sich von ihren Landeskirchen getrennt. Während die alten Einwohner ihre lauenburgischen Dörfer östlich vom Schaalsee verließen, fanden Flüchtlinge und Vertriebene in den leergezogenen Dörfern eine neue Heimat. Nach fast 45 Jahren stellte sich 1990 die Frage, wie mit diesen Veränderungen umzugehen sei.

Begleitbroschüre: Zur Ausstellung entstand auch eine Broschüre, in der die Texte der Ausstellung und wichtige Dokumente abgedruckt sind. Außerdem finden sich darin die Geschichten von Hiltraut Freudenberg, die noch vor dem Gebietsaustausch in Lassahn geboren wurde. Außerdem werden die Biographien von Bernhard P. Berckemeyer, Gutsbesitzer in Gr. Thurow, und Jochen Friedrich, Flüchtling aus Schlesien, erzählt. Dokumentiert ist auch der Auszug aus dem Tagebuch von Wilhelma von Levetzow (Bresahn), eine authentische Stimme aus den Tagen des Gebietsaustausches.

Foto: ©sol – Jochen Friedrich, Andreas Wagner, Hakendorf am Schaalsee